Merck KGaA — Fälschungssicherheit: DNA‑RFID-Mikrochips unter Etikettenlack

Engineering Challenge

Bei der Merck KGaA (Darmstadt) erfordern hochwertige Arzneimittel einen robusten Fälschungsschutz auf der Primärverpackung. Die Lösung verwendet Mikro‑RFID-Chips (NXP-DNA-Serie), die unter dem Etikettenlack eingebettet und mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Der Tag muss zwei Frequenzbereiche unterstützen: NFC (13,56 MHz, ISO 15693) für die Apotheken-/Kundenverifikation und UHF (865–868 MHz, ISO 18000-63) für die Lagerlogistik. Eine kryptografische Authentifizierung (AES‑128) verhindert Klonen. Der Chip ist nur 0,3 mm dick und muss Etikettenbiegungen standhalten.

Protocol / System Architecture

Das Dual-Frequenz-Inlay kombiniert eine NFC-Spule und einen UHF-Dipol auf dünnem PET-Substrat. Der NXP-DNA-Chip steuert beide Schnittstellen und enthält eine Engine für digitale Signaturen. Für die Lagererfassung werden UHF-Portale mit 2 W ERP und dynamischem Q (Q=8–12) eingesetzt, die 99,9 % Leserate auf Kartons erreichen. In der Apotheke lesen NFC-fähige Smartphones mit einer speziellen App den Chip aus 0–4 cm Entfernung. Das Backend verifiziert die Signatur gegen eine sichere Datenbank (Cloud-basiertes HSM).

Field Deployments

Merck Darmstadt — Onkologie-Abfülllinie

In einem Piloten mit 100.000 Vials eines Onkologie-Medikaments wurden die DNA‑RFID-Inlays unter das Vial-Etikett laminiert. Die UHF-Leserate auf Kartonage-Ebene betrug 99,9 % (300 Tags/s). Die NFC-Lesung durch Apotheker war zu 100 % erfolgreich (10.000 Tests). Nach sechsmonatiger Lagerung trat kein Tag-Ausfall auf. Das System erfüllt die EU-FMD-Anforderungen für eine eindeutige Kennzeichnung und Manipulationssicherheit.

Merck (weltweiter Vertrieb) — UHF-Leseprobleme in Metallnähe

Während eines Transports zu einem Krankenhaus fiel die UHF-Leserate bei einigen Vials in aluminiumbeschichteten Kartons auf 85 %. Die Untersuchung ergab, dass der UHF-Dipol durch die Metallauskleidung verstimmt wurde. Abhilfe schafften eine Neupositionierung des Inlays in einem 45°-Winkel innerhalb der Box und der Einsatz einer kleinen Ferritfolie. Nach der Korrektur stieg die Leserate wieder auf 99,9 %, aber der Vorfall betraf vorübergehend 5 % der Sendungen (teilweiser Fehlschlag).

Implementation Trade-offs

ParameterStandard 2D-BarcodeDual-Frequenz-DNA‑RFID
Authentifizierungsstärke Nur visuell, leicht kopierbar AES‑128 digitale Signatur, einzigartig pro Artikel
Kundenverifikation App zum Scannen erforderlich NFC-Tap (Android/iOS)
Leserate im Lager Ein Artikel nach dem anderen 300 Tags/s (UHF)
Kosten pro Artikel (Tag) 0,02 € 0,12 € (Mengenpreis)

Design Decision Matrix

  • Fälschungssicherheit: Krypto-Authentifizierung (NXP DNA) garantiert Originalprodukt.
  • Dual-Band-Betrieb: NFC für Handel/Patient, UHF für Logistik.
  • Verdeckte Platzierung: Inlay unter Lack verhindert Sichtbarkeit und Entfernung.
  • Interferenzminderung: Ferritfolie oder schräge Anbringung in Metallnähe erforderlich.

Technical Clarifications

Wie dick ist das DNA‑RFID-Inlay?
Das Inlay ist 0,3 mm dick (Chip 0,1 mm, Antenne 0,2 mm). Es wird zwischen Papier und Kleber laminiert und ist unter dem Etikettenlack nicht erkennbar.
Welche kryptografischen Algorithmen werden verwendet?
Der Chip nutzt AES‑128 mit einem chargenspezifischen geheimen Schlüssel. Er erzeugt eine 64-Bit-Signatur, die vom Backend verifiziert wird. Die Signatur ändert sich bei jedem Lesevorgang (Rolling Code).
Kann der Chip von jedem NFC-Telefon gelesen werden?
Ja, jedes NFC-fähige Android- oder iOS-Gerät kann Chip-ID und Signatur mit einer speziellen App lesen. Die App kommuniziert mit dem gesicherten Server von Merck zur Authentifizierung.

Standards & Technical References

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